Informationen zu Erkrankungen
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- Gesichtsnervenlähmung
Schluckbeschwerden
Was ist eine Dysphagie?
Die Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs. Dieser komplexe Vorgang umfasst über 100 Muskeln und mehrere Phasen, vom Zerkleinern der Nahrung im Mund bis zum Transport in den Magen. Ist eine dieser Phasen gestört, kann es zu Beschwerden beim Schlucken von fester oder flüssiger Nahrung kommen.
Mögliche Ursachen
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose)
- Tumoren oder Entzündungen im Mund-, Rachen- oder Kehlkopfbereich
- Verletzungen, Operationen oder Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich
- Erkrankungen der Speiseröhre (z. B. Verengungen, Entzündungen, Divertikel)
- Altersbedingte Veränderungen
- Psychische Faktoren
Typische Symptome
- Häufiges Verschlucken, Husten oder Räuspern beim Essen und Trinken
- Steckenbleiben von Nahrung im Hals
- „Feuchte“ oder gurgelnde Stimme nach dem Schlucken
- Druck- oder Kloßgefühl im Hals
- Schmerzen beim Schlucken
- Gewichtsverlust oder Mangelernährung
Diagnostik in unserer Praxis
Nach einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung nutzen wir moderne Methoden wie die flexible Endoskopie des Schluckakts oder bildgebende Verfahren, um die Ursache und den Schweregrad der Dysphagie zu bestimmen.
Therapie und Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Schluckstörung:
1. Schlucktherapie (Logopädie)
- Individuelle Schluckübungen zur Verbesserung der Muskelkraft und Koordination
- Erlernen spezieller Schlucktechniken und kompensatorischer Strategien (z. B. Kopfhaltung beim Schlucken)
- Training von Bewegungsabläufen und Atemtechniken
2. Anpassung der Ernährung
- Umstellung auf geeignete Kostformen (z. B. pürierte Speisen, angedickte Getränke)
- Vermeidung von krümeligen oder stückigen Lebensmitteln
- Einsatz von speziellen Trinkbechern oder Esshilfen
3. Medizinische Maßnahmen
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. medikamentöse Therapie bei Parkinson)
- Bei schweren Fällen: Ernährung über eine Sonde zur Vermeidung von Mangelernährung
- In seltenen Fällen operative Maßnahmen
4. Weitere Therapieoptionen
- Physio- und Ergotherapie zur Unterstützung der Schluckfunktion
- In speziellen Fällen: elektrische Stimulation der Rachenmuskulatur
Praktische Tipps und Verhaltensempfehlungen
- Essen Sie langsam und nehmen Sie kleine Bissen.
- Richten Sie sich beim Essen möglichst auf und neigen Sie das Kinn leicht zur Brust (Chin-Tuck-Position).
- Vermeiden Sie Ablenkungen während der Mahlzeiten und konzentrieren Sie sich auf das Schlucken.
- Trinken Sie ausreichend, bevorzugt angedickte Flüssigkeiten, falls Sie sich häufig verschlucken.
- Verzichten Sie auf trockene, krümelige oder sehr harte Speisen.
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und einen intakten Zahnstatus.
- Lassen Sie sich Zeit beim Essen und Trinken – kein Zeitdruck!
- Bei Anzeichen von Verschlucken oder Husten: Räuspern oder nochmals schlucken, ggf. kleine Schlucke nehmen.
- Bei Unsicherheit: Lassen Sie sich von Angehörigen unterstützen oder holen Sie logopädische/therapeutische Hilfe ein.
Wann sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen?
Wenn Schluckbeschwerden länger anhalten, zu Gewichtsverlust führen, Sie sich häufig verschlucken oder Atemnot auftritt, empfehlen wir dringend eine ärztliche Abklärung. Eine frühzeitige Diagnostik und Therapie kann Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Mangelernährung verhindern.
Bei Fragen oder Unsicherheiten vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde. Wir beraten Sie gerne individuell zu Diagnostik und Therapie der Dysphagie und unterstützen Sie auf dem Weg zu mehr Lebensqualität.
Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander