Hörminderung

Was ist eine Schwerhörigkeit?

Die Schwerhörigkeit (medizinisch: Hypakusis) bezeichnet eine Einschränkung des Hörvermögens, die angeboren oder erworben sein kann. Sie kann ein oder beide Ohren betreffen und reicht von leichter Hörminderung bis zur vollständigen Gehörlosigkeit.

Arten der Schwerhörigkeit

Es gibt verschiedene Formen der Schwerhörigkeit, die sich danach unterscheiden, welcher Teil des Hörsystems betroffen ist:

Art der Schwerhörigkeit

Beschreibung

Typische Ursachen

Therapieoptionen

Schallleitungsschwerhörigkeit

Schallwellen werden nicht richtig vom Außenohr zum Innenohr weitergeleitet.

Ohrenschmalz, Entzündungen, Trommelfelldefekte, Fehlbildungen, Otosklerose

Entfernung von Blockaden, Medikamente, Operationen (z.B. Tympanoplastik), Hörgeräte

Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit)

Schädigung der Haarzellen im Innenohr oder des Hörnervs, Schall wird nicht richtig verarbeitet.

Lärm, Alter (Presbyakusis), Infektionen, genetische Ursachen, Medikamente, Hörsturz

Hörgeräte, Cochlea-Implantate, ggf. Medikamente bei akuten Ursachen

Kombinierte Schwerhörigkeit

Kombination aus Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit.

Mehrere Ursachen gleichzeitig

Kombination aus oben genannten Therapien

Zentrale Schwerhörigkeit

Störung der Verarbeitung der Hörsignale im Gehirn.

Durchblutungsstörungen, Tumoren, neurologische Erkrankungen

Abhängig von der Ursache, Hörtraining, logopädische Maßnahmen

Spezifische Therapie je nach Schwerhörigkeitstyp

Schallleitungsschwerhörigkeit:

  • Entfernung von Ohrenschmalz, Fremdkörpern oder Flüssigkeit
  • Behandlung von Infektionen mit Antibiotika oder anderen Medikamenten
  • Operative Verfahren wie Tympanoplastik (Rekonstruktion des Trommelfells oder der Gehörknöchelchen)
  • Hörgeräte oder Knochenleitungsimplantate, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen

Schallempfindungsschwerhörigkeit:

  • Bei akuten Ursachen (z.B. Hörsturz, Infektionen): medikamentöse Therapie (z.B. Kortison, antivirale Medikamente)
  • Hörgeräte zur Verstärkung der Schallsignale
  • Cochlea-Implantate bei hochgradigem oder vollständigem Hörverlust, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen

Kombinierte Schwerhörigkeit:

  • Kombination aus den oben genannten Maßnahmen, individuell angepasst an die Ursachen

Zentrale Schwerhörigkeit:

  • Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung
  • Hörtraining, logopädische und ggf. psychotherapeutische Maßnahmen

Weitere Hinweise

  • Die frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten ist wichtig, um das Sprachverstehen und die Lebensqualität zu erhalten.
  • Moderne Hörhilfen und Implantate bieten heute auch bei schweren Formen der Schwerhörigkeit gute Möglichkeiten zur Rehabilitation.
  • Bei Kindern ist eine frühzeitige Diagnostik und Förderung entscheidend für die Sprachentwicklung.
  • Die Therapie wird immer individuell auf die Ursache und den Schweregrad der Schwerhörigkeit abgestimmt.

Haben Sie Fragen?

Bei Fragen oder Unsicherheiten vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde. Wir beraten Sie gerne persönlich und begleiten Sie von der Diagnose bis zur optimalen Versorgung.

Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander