Gehörgangsekzem / „juckende Ohren“

Was ist ein Gehörgangsekzem?

Ein Gehörgangsekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung des äußeren Gehörgangs, die sich meist durch starken Juckreiz, Schuppung, Rötung und manchmal Nässen oder Schmerzen äußert. Die Haut kann trocken oder nässend sein, gelegentlich tritt auch ein Ausfluss auf. Das Ekzem kann chronisch verlaufen und immer wiederkehren.

Häufige Ursachen

  • Übermäßige Reinigung oder Manipulation mit Wattestäbchen
  • Kontaktallergien (z.B. auf Shampoo, Duschgel, Haarspray, Ohrstöpsel, Kosmetika)
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder seborrhoische Dermatitis
  • Diabetes mellitus
  • Enge Gehörgänge
  • Feuchtigkeit im Gehörgang, z.B. durch Schwimmen

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten

1. Meiden von Auslösern:
Bei Verdacht auf eine Allergie sollte das auslösende Produkt (z.B. Shampoo, Kosmetik) konsequent gemieden werden.

2. Lokalbehandlung:

  • Kurzzeitige Anwendung von Salbenstreifen oder Salben mit Kortison und/oder Antibiotika bei akuten Beschwerden.
  • Bei atopischem Ekzem: Anwendung einer kortisonhaltigen Creme (Dermokortikoid) zur Juckreizlinderung und Heilung.
  • Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte oder Öle (z.B. Olivenöl, Hagebuttenöl) zur Regeneration der Haut und Linderung des Juckreizes.
  • Bei bakteriellen oder Pilzinfektionen: gezielte Behandlung mit antibiotischen oder antimykotischen Ohrentropfen.

3. Reinigung:
Die Reinigung des Gehörgangs sollte nur schonend und durch den HNO-Arzt erfolgen. Eigene Spülungen oder Manipulationen mit Wattestäbchen sind zu vermeiden, da sie die Entzündung verschlimmern können.

4. Behandlung von Grunderkrankungen:
Liegt eine Hauterkrankung oder Diabetes vor, sollte diese gezielt behandelt werden.

Einfache Tipps und Verhaltensempfehlungen

  • Nicht kratzen oder mit Wattestäbchen reinigen! Das verschlimmert das Ekzem und kann Infektionen begünstigen.
  • Gehörgang trocken halten: Nach dem Duschen oder Schwimmen das Ohr vorsichtig trocken tupfen, ggf. mit ölgetränkter Watte schützen.
  • Vorsicht bei Kosmetika: Kontakt mit reizenden Substanzen und Shampoo im Gehörgang vermeiden. Bei bekannter Allergie entsprechende Produkte meiden.
  • Hautpflege: Gehörgangseingang regelmäßig mit pflegenden, feuchtigkeitsspendenden Cremes oder Ölen behandeln.
  • Regelmäßige Kontrolle: Lassen Sie Ihr Ohr regelmäßig vom HNO-Arzt kontrollieren, um frühzeitig Komplikationen zu vermeiden.
  • Keine eigenen Spülungen: Verzichten Sie auf Spülungen oder Hausmittel aus der Apotheke ohne ärztlichen Rat.
  • Bei nässendem Ekzem: Ärztliche Behandlung ist besonders wichtig, um eine Ausbreitung oder chronische Entzündung zu verhindern.

Wann sollten Sie den HNO-Arzt aufsuchen?

  • Bei anhaltendem oder starkem Juckreiz, Schmerzen, Ausfluss oder Hörminderung
  • Wenn Hausmittel oder pflegende Maßnahmen keine Besserung bringen
  • Bei Verdacht auf eine Infektion oder Allergie

Haben Sie Fragen?

Bei Fragen oder Unsicherheiten vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde. Wir beraten Sie gerne individuell zu Diagnose, Therapie und Alltagstipps beim Gehörgangsekzem. 

Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander