Hausstaubmilbenallergie

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Bei einer Hausstaubmilbenallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweiße im Kot der Hausstaubmilben. Diese winzigen Spinnentiere leben bevorzugt in Matratzen, Bettwäsche, Polstermöbeln und Teppichen. Die Beschwerden treten meist ganzjährig auf und sind nachts sowie morgens oft am stärksten, da die Belastung im Schlafzimmer besonders hoch ist.

Typische Symptome

  • Häufiges Niesen, verstopfte oder laufende Nase (allergischer Schnupfen)
  • Juckende, tränende oder gerötete Augen (allergische Bindehautentzündung)
  • Ständiges Räuspern, Husten, pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit (insbesondere nachts und morgens)
  • Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz oder Ausschlag
  • Schlafstörungen, Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • In schweren Fällen: Entwicklung eines allergischen Asthmas („Etagenwechsel“).

Therapieoptionen

1. Allergenvermeidung (Reduktion der Milbenbelastung)

  • Verwenden Sie milbendichte (encasings) Bezüge für Matratzen, Kissen und Decken.
  • Waschen Sie Bettwäsche, Kissen und Decken regelmäßig bei mindestens 60 °C.
  • Entfernen Sie Teppiche und schwere Vorhänge, wenn möglich.
  • Saugen Sie regelmäßig mit HEPA-Filter und wischen Sie Böden feucht.
  • Halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig (unter 50 %) und lüften Sie regelmäßig.
  • Kuscheltiere regelmäßig waschen oder einfrieren.

2. Medikamentöse Behandlung

  • Antihistaminika (Tabletten, Nasensprays) lindern Niesen, Juckreiz und Augenbeschwerden.
  • Kortisonhaltige Nasensprays wirken lokal entzündungshemmend bei stärkeren Symptomen.
  • Nasenspülungen mit Kochsalzlösung helfen, die Schleimhäute zu reinigen und zu beruhigen.
  • Diese Medikamente lindern die Symptome, beseitigen aber nicht die Ursache.

3. Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

  • Die einzige ursächliche Therapie: Das Immunsystem wird durch regelmäßige Gabe des Allergens (als Spritze oder Tablette/Tropfen) langsam an den Auslöser gewöhnt.
  • Die Therapie dauert meist drei Jahre und kann die Beschwerden deutlich reduzieren oder sogar zur Symptomfreiheit führen.
  • Sie kann das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas verringern.

Einfache Tipps und Verhaltensempfehlungen

  • Lüften Sie morgens und abends gründlich.
  • Halten Sie das Schlafzimmer möglichst staubarm und verzichten Sie auf Staubfänger wie Teppiche oder offene Regale.
  • Wechseln Sie die Bettwäsche wöchentlich und waschen Sie sie heiß.
  • Verzichten Sie auf Haustiere im Schlafzimmer.
  • Vermeiden Sie das Aufwirbeln von Staub beim Putzen – feucht wischen ist besser als trockenes Staubwischen.
  • Achten Sie auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit (ggf. Luftentfeuchter nutzen).
  • Kuscheltiere regelmäßig waschen oder für einige Stunden ins Gefrierfach legen.

Wann sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Beschwerden länger anhalten oder sehr ausgeprägt sind
  • Bei Verdacht auf allergisches Asthma (nächtlicher Husten, Atemnot)
  • Wenn die Selbsthilfemaßnahmen und Medikamente nicht ausreichen oder Nebenwirkungen auftrete

Haben Sie Fragen?

Bei Fragen oder Unsicherheiten vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde. Wir beraten Sie gerne individuell zu Diagnose, Therapie und Alltagstipps bei Allergien gegen Hausstaubmilben. Sprechen Sie uns an – wir sind für Sie da!

Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander