Operation an der Ohrspeicheldrüse

Informationen zur Operation: Entfernung einer Schwellung und äußere Anteils der Ohrspeicheldrüse (Laterale Parotidektomie)

Wir möchten Ihnen hier verständliche Informationen zur lateralen Parotidektomie, zum Heilungsverlauf sowie zu wichtigen Verhaltensmaßnahmen nach dem Eingriff geben.

Was ist eine laterale Parotidektomie?

Die laterale Parotidektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der äußere (laterale) Anteil der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) entfernt wird. Dieser Eingriff ist meist notwendig bei gutartigen oder bösartigen Tumoren sowie seltener bei chronischen Entzündungen der Drüse. Die Ohrspeicheldrüse liegt vor dem Ohr und reicht bis zum Unterkieferwinkel. Besonders wichtig ist der Schutz des Gesichtsnervs (Nervus facialis), der durch die Drüse verläuft und für die Mimik verantwortlich ist.

Bitte beachten Sie, dass wir hier nur allgemeine Angaben und Informationen zu diesem Eingriff geben können. Sie sollen einer ersten Orientierung dienen. Es sind stets die individuellen Empfehlungen (insbesondere zum Verhalten nach einer Operation) des behandelnden Krankenhauses/Operateurs zu beachten!

 

Wie läuft die Operation ab?

  • Die Operation erfolgt in Vollnarkose.
  • Über einen S-förmigen Schnitt vor und unterhalb des Ohres wird die Drüse dargestellt.
  • Der Gesichtsnerv wird mit einem speziellen Nervenmonitor aufgesucht und während der Operation überwacht, um ihn zu schonen.
  • Der äußere Anteil der Drüse wird vorsichtig entfernt, meist zusammen mit dem Tumor oder krankhaft verändertem Gewebe.
  • Zur Ableitung von Wundsekret wird eine Drainage eingelegt, die nach wenigen Tagen entfernt wird.
  • Die Wunde wird schichtweise verschlossen und ein Verband angelegt.

Heilungsverlauf

  • Der stationäre Aufenthalt beträgt meist wenige Tage bis eine Woche, abhängig vom Heilungsverlauf.
  • In den ersten Tagen nach der Operation kann es zu Schwellungen, Blutergüssen oder einem Spannungsgefühl im Wangenbereich kommen.
  • Die Gesichtsnervenfunktion wird regelmäßig kontrolliert. Vorübergehende Schwächen sind möglich und bilden sich meist innerhalb von Wochen zurück.
  • Die Fäden werden in der Regel nach etwa 7–10 Tagen entfernt.
  • Die vollständige Heilung dauert mehrere Wochen. Das endgültige kosmetische Ergebnis und die Funktion stellen sich nach einigen Monaten ein.

Verhaltensmaßnahmen nach der Operation

  • Kühlen: Kühlen Sie die Wange in den ersten Tagen regelmäßig, um Schwellungen zu reduzieren.
  • Körperliche Schonung: Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, schweres Heben und Sport für mindestens 2 Wochen.
  • Wundpflege: Halten Sie die Wunde sauber und trocken. Beim Duschen sollten Sie die Narbe abdecken.
  • Mundhygiene: Achten Sie auf eine gute Mundhygiene, um Infektionen vorzubeugen.
  • Ernährung: In den ersten Tagen empfiehlt sich weiche Kost, um Kaubeschwerden zu vermeiden.
  • Gesichtsmimik: Leichte Übungen der Gesichtsmuskulatur können helfen, die Funktion des Gesichtsnervs zu unterstützen.
  • Warnzeichen: Bei Fieber, zunehmender Schwellung, Rötung, anhaltenden Schmerzen, einer nässenden Wunde oder einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur kontaktieren Sie bitte umgehend unsere Praxis.

Mögliche Risiken und Komplikationen

  • Gesichtsnervenlähmung: In seltenen Fällen kann es zu einer vorübergehenden oder bleibenden Schwäche der Gesichtsmuskulatur kommen.
  • Nachblutung oder Infektion: Diese Komplikationen sind selten, können aber auftreten.
  • Speichelfistel: im Rahmen der primären Wundheilung kann der Speichel der verbliebenen Speichdeldrüse in das Operationsgebeit gelangen und die Wundheilung verlangsamen. Typischerweise kommt es hier in den ersten Tagen nach der Operation zu einer Schwellung und einer nässenden Wunde.
  • Frey-Syndrom: Nach mehreren Monaten nach der Operation kann es selten zu einem sogenannten Geschmacksschwitzen kommen. Hierbei handelt es sich um eine harmlose Genessungsstörung der Nervenfasern: Beim Essen kommt es zu Schwitzen im Wangenbereich. Eine Behandlung ist möglich.
  • Narbenbildung: Die Narbe ist meist unauffällig, da sie in einer natürlichen Hautfalte verläuft.

Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander