Implantierbare Hörgeräte
Wann sind implantierbare Hörgeräte sinnvoll?
Implantierbare Hörgeräte kommen dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Hörgeräte nicht getragen werden können oder keinen ausreichenden Hörerfolg bringen. Gründe hierfür können medizinische Probleme wie chronische Gehörgangsentzündungen, Fehlbildungen, eine Unverträglichkeit von Ohrpassstücken oder kosmetische Wünsche sein. Auch bei bestimmten Formen von Schwerhörigkeit, wie einer Innenohr- oder kombinierten Schwerhörigkeit, bieten implantierbare Systeme eine Alternative.
Bitte beachten Sie, dass wir hier nur allgemeine Angaben und Informationen zu diesem Eingriff geben können. Sie sollen einer ersten Orientierung dienen. Es sind stets die individuellen Empfehlungen (insbesondere zum Verhalten nach einer Operation) des behandelnden Krankenhauses/Operateurs zu beachten!
Welche Arten von implantierbaren Hörgeräten gibt es?
1. Cochlea-Implantate (CI)
- Werden eingesetzt bei hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen.
- Das Implantat stimuliert den Hörnerv direkt und ermöglicht so das Hören von Sprache und Umgebungsgeräuschen.
- Besteht aus einem inneren Teil (Elektrode in der Hörschnecke) und einem äußeren Sprachprozessor.
2. Aktive Mittelohrimplantate
- Geeignet bei leichter bis mittlerer Innenohrschwerhörigkeit oder kombinierter Schwerhörigkeit, wenn konventionelle Hörgeräte nicht vertragen werden.
- Das Implantat wird an den Gehörknöchelchen befestigt und überträgt Schall direkt ins Innenohr, wodurch der Gehörgang frei bleibt.
- Beispiele: Vibrant Soundbridge, voll- oder teilimplantierbare Systeme.
3. Knochenleitungs-Hörsysteme
- Werden verwendet, wenn der Schall nicht über das Außenohr oder Mittelohr weitergeleitet werden kann (z.B. bei Fehlbildungen, chronischen Entzündungen).
- Der Schall wird über eine kleine Titanschraube im Knochen oder einen Klebeadapter direkt an das Innenohr übertragen.
- Auch als BAHA (Bone Anchored Hearing Aid) bekannt.
4. EAS-Systeme (Elektrisch-akustische Stimulation)
- Kombinieren ein Hörgerät für tiefe Frequenzen und ein Cochlea-Implantat für hohe Frequenzen in einem System.
- Geeignet für Patienten mit Restgehör im Tieftonbereich, aber starkem Hörverlust im Hochtonbereich.
Vorteile implantierbarer Hörgeräte
- Natürlichere Klangqualität, da der Gehörgang frei bleibt und keine Rückkopplungen entstehen.
- Keine Stigmatisierung durch sichtbare Geräte hinter dem Ohr.
- Besseres Sprachverstehen, insbesondere in schwierigen Hörsituationen.
- Für viele medizinische und anatomische Besonderheiten geeignet.
Ablauf der Versorgung
- Diagnostik und Beratung:
Zunächst erfolgt eine Hördiagnostik und Beratung, ob ein implantierbares System für Sie geeignet ist. Es wird geprüft, ob alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. - Indikationsstellung:
Die Entscheidung für ein Implantat wird individuell und in speziellen Zentren getroffen, unter Berücksichtigung aller medizinischen und audiologischen Faktoren. - Operation:
Die Implantation erfolgt meist stationär unter Vollnarkose. Die Dauer und der Ablauf hängen vom gewählten System ab. - Anpassung und Nachsorge:
Nach der Heilung wird der externe Prozessor angepasst und regelmäßig kontrolliert. Es erfolgen Hörtests und Gebrauchsschulungen. - Langfristige Betreuung:
Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig, um die Funktion des Implantats zu überprüfen und das Hörergebnis zu optimieren.
Risiken und Besonderheiten
- Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es Risiken wie Infektionen, Wundheilungsstörungen oder – sehr selten – Abstoßung des Implantats.
- Die Bedienung und Pflege des Systems werden ausführlich erklärt und geübt.
- Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist in der Regel gegeben, wenn die medizinische Indikation vorliegt.
Haben Sie Fragen?
Wir beraten Sie gerne persönlich und den Möglichkeiten der Hörrehabilitation. Gemeinsam finden wir die beste Lösung für Ihre individuelle Hörsituation.
Im Namen des gesamten Teams Dr. van Ackeren und Dr. Zander